Wieso ich es getan habe und immer wieder tue

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Ich habe mehrere Bücher über die Schwellenmärkte geschrieben. Werde ich nach dem Grund gefragt, sage ich immer: „Um Anleger zu informieren, die sich auf die Schwellenmärkte vorwagen wollen.“ Das Gleiche gilt für einen Blog. Er ist lediglich ein anderes Medium.

Dass ich häufig in den Medien interviewt werde und eine Yul-Brynner-Frisur habe, hat zur Folge, dass ich am Flughafen und in der Hotellobby oft erkannt werde. Und da ich Portfoliomanager bin, erhoffen sich die Leute von mir natürlich einen heißen Tipp. Ich werde ständig gefragt, was ich kaufe, wo sich Chancen bieten und wie gut die Aktie X, Y oder Z ist.

„Heiße“ Titel darf ich aus strengen rechtlichen und ethischen Erwägungen heraus nicht verraten und mache das grundsätzlich nicht. Doch so viel kann ich ehrlich sagen: Es gibt kein einfaches Geheimnis, keine Blaupause oder genaue Wegeskizze, die Ihnen, mir oder irgendjemandem langfristigen Erfolg als globaler Investor garantiert.

Es gibt jedoch solide, verlässliche Lehren, die sich aus der Beobachtung der von langfristigen Investoren auf so turbulenten Märkten eingesetzten Research- und Analysemethoden ziehen lassen.

Ich bin dem legendären Sir John Templeton sehr dankbar, dass er das Potenzial der Schwellenmärkte weitblickend erkannte und darauf setzte, dass ich es realisieren könnte. Er hat mir gezeigt, dass aufgeschlossen und lernwillig bleiben muss, wer erfolgreich sein will. Er hat mir und vielen anderen beigebracht, wie man investiert, indem man weltweit unterbewertete Aktien ausfindig macht.

Mit dem verstorbenen Sir John Templeton

Mit dem verstorbenen Sir John Templeton

Wir Sir John Templeton verschaffe auch ich mir am liebsten vor Ort selbst einen Eindruck. Ich bin 250 Tage im Jahr unterwegs und besuche Unternehmen in fast allen Winkeln der Erde. Mit über 30 Millionen Flugmeilen auf dem Buckel kann ich mich stolz als Vollzeitnomaden bezeichnen. Ich schaue mir lieber selbst an, was in einem Unternehmen oder einem Land vor sich geht. Lügen sind manchmal so aufschlussreich wie Wahrheiten, wenn man sie zu deuten versteht. Man muss beobachten und auf die Signale achten. Das ist der Vorteil, wenn man die Leute kennt, die das Sagen haben, und Fabriken oder Anlagen selbst gesehen hat. Solche Informationen bekommt man nicht, wenn man nur nackte, harte Daten oder Zahlen wälzt.

Meine persönliche Theorie ist, dass Länder, die einem die Einreise leicht machen, in der Regel auch ausländischen Investitionen freundlich gegenüber stehen. Wenn ich ein neues Land besuche, schalte ich mein Radar ein, sobald ich aus dem Flugzeug steige und durch die Kontrolle gehe. Das gilt umso mehr, wenn wir in die Stadt fahren, beim Einchecken im Hotel, im Kontakt mit Taxifahrern, beim Bummeln durch die Stadt und bei Gesprächen mit dem Verkaufspersonal in Geschäften. (Der Zustand der Infrastruktur ist oft ein Hinweis auf die Effizienz der Wirtschaft.)

Dieser Blog ist ein Weg, meine persönlichen Beobachtungen regelmäßiger mitzuteilen, damit Sie beurteilen können, was ich tue – und warum –, und manche meiner Abenteuer in Schwellenländern miterleben können. Achten Sie auf weitere Beiträge.